Never give up

"Never give up". Gib niemals auf. Die grossen Buchstaben auf Sandro Messmers Unterarm sind keine beliebige Tätowierung. Sie bilden das Leitmotiv seines Lebens. Vor wenigen Jahren wollte Sandro noch mit dem Leben abschliessen. Mit Hilfe der Stiftung Pigna hat er sich zurück ins Leben gekämpft.

"Heute bin ich wieder der Sandro von früher", sagt Sandro Messmer. "Ich bin unendlich dankbar für die Unterstützung, die ich hier bekommen habe." Damit meint er nicht nur Pigna, sondern insbesondere auch die Menschen, die unsere Arbeit mit ihren Spenden unterstützen.     

Sandro kam mit einer schweren Erkrankung auf die Welt. Bemerkbar gemacht hat sie sich aber erst spät. Zuerst war es nur der linke Arm, der nicht mehr so wollte wie Sandro. Später kam das Bein dazu. Erst mit 16 Jahren erhielt er seine Diagnose: Generalisierte Muskeldystonie. Bemerkbar macht sich die Krankheit durch grossflächige Verkrampfungen der Skelettmuskeln, die zu extremen Körperverzerrungen führen. Bei Sandro ist vor allem die rechte Körperhälfte betroffen. 

Trotzdem konnte Sandro eine Lehre als Logistiker EFZ anfangen. Die Beschwerden wurden in dieser Zeit immer schlimmer, die Verkrampfungen immer stärker und grossflächiger. Aber der junge Mann hielt durch und schaffte den Abschluss. Never give up.   

Sandros Zustand verschlechterte sich immer mehr. Sein Gehirn sendete unkontrollierte Signale an den Körper. Heftige Muskelkrämpfe und Schweissausbrüche waren die Folge. Er konnte nicht mehr arbeiten. Eine schwere Hirnoperation sollte Sandros Leid lindern – und hat sie stattdessen noch verstärkt, zumindest vorübergehend. Die beiden Elektroden in seinem Gehirn hätten die Symptome lindern sollen. Doch es dauerte zwei Jahre bis die Ärzte die richtige Einstellung fanden. In dieser Zeit wurden die Symptome so schlimm, dass Sandro nicht mehr selbstständig leben konnte. Er musste in ein betreutes Wohnen für Menschen mit Hirnverletzung ziehen. "Für mich brach eine Welt zusammen. Ich wollte mit dem Leben abschliessen", sagt Sandro heute. Trotzdem blieb er seinem Leitsatz treu: Never give up. 

Er kämpfte weiter und schliesslich besserten sich die Symptome so weit, dass er wieder arbeiten konnte. Und dann wurde sein grosser Traum wahr: Sandro verliebte sich und wurde trotz schwerer Erkrankung Vater eines gesunden Sohnes. Doch das Glück hielt nicht lange an. 

Die Trennung von der Mutter seines Kindes und ein Krankheitsschub führten Sandro an den Tiefpunkt. "Ich war nicht mehr ich selbst. Ich verlor meinen Lebenswillen." So kam Sandro 2022 zur Stiftung Pigna. Er zog sich von seinen Freunden und selbst von der Familie zurück, konnte kaum arbeiten und verbrachte die Tage grossteils im Bett. Ihm ging es so schlecht, dass er nicht einmal mehr seinen Sohn sehen konnte. Doch auch aus dieser Situation kämpfte Sandro sich wieder heraus. Never give up. 

Sein Familien- und Freundeskreis hat ihn immer unterstützt. Und auch die Begleitung durch Silvana Scarcella, seine Bezugsperson bei Pigna, war besonders in dieser Zeit sehr wichtig für Sandro. "Sie hat mich nie aufgegeben". Sandro kämpfte weiter und sein Zustand besserte sich durch verschiedene Therapien, Krafttraining – und ganz viel Kampfgeist. Er beantragte einen Elektroscooter, da ihm das Laufen wegen der Verkrampfungen schwerfällt. Heute düst Sandro damit voller Lebenslust durch seinen Alltag. Er ist wieder ganz der Alte:  lebenslustig, gesellig, fleissig.  

Er arbeitet in den Pigna-Werkstätten und lebt sehr selbstständig in einer Wohngruppe der Stiftung. Hier hat Sandro einen Ort zum Glücklichsein gefunden. "Heute fühle ich mich wieder als wertvoller Teil der Stiftung Pigna und der Gesellschaft", sagt Sandro. Bald kann er sogar in eine eigene Wohnung ziehen. Hier kann Sandro viel Zeit mit guten Freunden, der Familie und seinem inzwischen vierjährigen Sohn geniessen. Auch ihm wird er seinen Leitsatz beibringen: Never give up. 

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